Thalmässinger Wasserretter punkteten 2017 mit Ausbildung

Auf ihrer Jahresversammlung blickte die Wasserwacht Thalmässing auf ein Rekordjahr zurück. Insbesondere in Sachen Ausbildung und Ausrüstung brachte 2017 die Wasserretter einen großen Schritt nach vorne.

„Beeindruckend“ nannte Sandra Karch das vergangene Jahr und das Engagement der Mitglieder. Mit einem „herzlichen Dank für eure Zeit und euren Einsatz“ begrüßten die Vorsitzende der Wasserwacht Thalmässing und Bettina Kremer, Technische Leiterin der Thalmässinger und stellvertretende Vorsitzende im Kreisverband Südfranken, ihre Kollegen zur diesjährigen Jahresversammlung. Bürgermeister Georg Küttinger schloss sich den Dankesworten an und betonte in guter Tradition der Vorjahre die Bedeutung der Schwimmkurse, welche die Wasserwacht jedes Jahr im Freibad anbietet. „Immer wieder müssen wir während der Badesaison traurige Nachrichten über Ertrunkene lesen. Ihr helft vorzubeugen!“, hob er eine der Kernaufgaben der Ortsgruppe hervor.

Dass der noch junge Standort doch mittlerweile auf eine Riege langjähriger treuer Mitglieder zählen kann, zeigten die Ehrungen, die Küttinger vornahm. Er zeichnete Jan und Lea Kremer, Kerstin, Luna, Nele und Werner Pfahler und Valentin Helbig für zehn Jahre Mitgliedschaft in der Wasserwacht aus; Felix Wiedmann, Antonio Kordic und Ingrid Klemm für fünf Jahre in der Ortsgruppe. „Hier zeichnet sich auch ab, dass die Thalmässinger Wasserwacht zu Beginn der Stützpunkt-Gründung fast ein Drei-Familienbetrieb war“, lachte Bettina Kremer, die seit den Anfängen an der Spitze der Gruppe steht. Mit sechs Neumitgliedern im vergangenen Jahr tue sich aber auch immer etwas Neues.

Seit dem Beginn hat sich die Mannschaft ordentlich gemausert und eifert Jahr um Jahr auf der Ausbildungsskala nach oben. So verlieh Ausbildungsleiterin Kremer ihren Schützlingen „frisch gebackene oder auch vielfach wiederholte“ sieben Rettungsschwimmabzeichen, davon zwei in Gold, und zahlreiche Schnorchelabzeichen. Was nach Urlaubsspaß klingt, sei jedoch seit dem vergangenen Jahr eine elementare Voraussetzung für die weitere Ausbildung für alle Rettungsschwimmer im Wasserrettungsdienst, erklärte sie.

Zu den Ausgezeichneten gesellte sich außerdem die „Wachtel des Jahres“. Mit diesem Titel und einem Wanderpokal zeichnen die Thalmässinger alljährlich ihr aktivstes Mitglied aus. Mit insgesamt 47 Punkten aus Trainings- und Veranstaltungsteilnahmen setzte sich Lara Herrmann 2017 an die Spitze und übertrumpfte damit Yvonne Obermeyer und Eva Trickl, die auf den Plätzen zwei und drei folgten. Herrmanns Zähler resultierten zu einem großen Teil aus ihrem Einsatz als Trainingshelfer bei den Schwimmkursen und ihrer Sanitätsausbildung. Karch danke Herrmann und sieben weiteren fleißigen Helfern für die Unterstützung des dreiköpfigen Trainerteams bei den Kursen, denn „das ist Gold wert!“ Auch bei den weiteren Angeboten der Ortsgruppe ließen sich die Helfer nicht lumpen und sorgten für eine gelungene Palette von der Teilnahme an der Gredinger Schwimmnacht über den Umwelttag der Gemeinde und die Malaktion im Nichtschwimmerbecken des Freibads bis hin zum Badfest und Hundeschwimmen.

Insgesamt über 1500 Stunden standen am Jahresende in der Statistik. „Mit einem Plus von ungefähr 30 Prozent ist das absoluter Rekord!“, berichtete Karch. Auch wenn die Zahlen nie das Ziel der Arbeit seien, sondern „einfach euren Einsatz widerspiegeln“, wie sie betonte. Alleine knapp 700 Stunden entfielen auf Aus- und Fortbildungen, wie Kremer berichtete. Die führten dazu, dass die kleine Ortsgruppe mittlerweile auf eine Sanitäterriege mit neun Mann, drei Wasserretter für den Einsatz auf Rettungsbooten und zwei Bootsführer bauen kann. Für eine Gruppe, die nicht nur Veranstaltungen im Freibad betreut, sondern als Teil des Kreisverbands Südfranken perspektivisch auch für den Seedienst im Fränkischen Seenland ausgebildet wird, ein wichtiger Schritt, lobte sie. Eine erste Feuertaufe hatten zwei Thalmässinger Sanitäter im vergangenen Jahr bei der Schwimmstrecken-Absicherung des Challenge bestanden. Die Basis dafür legen die Rettungsschwimmer im wöchentlichen Training, das abseits der offiziellen Statistik stattfindet. Unangefochtener Trainingskönig war Jugendleiter und Ausbilder Valentin Helbig, verriet die Wachtel-Auswertung.

Dass mit dem steigenden Leistungslevel auch Ausrüstung benötigt wird, zeichnete sich im Bericht von Kassier Heike Ackermann ab. Mit 3400 Euro für Rettungsgeräte, Sanitätsausrüstung und Defibrillator und 900 Euro für Bekleidung standen große Ausgaben den Einnahmen gegenüber, die sich unter anderem aus den Einnahmen für Schwimmkurse über 1400 Euro und Spenden von 3200 Euro zusammensetzten. Dabei habe die Spendenaktion im Frühjahr, bei der die Wasserwacht gezielt um Mittel für die Sanitätsausrüstung geworben hatte, „mit ganz vielen Füßen“ und einer „im ganzen Kreisverband herausragenden Spendebereitschaft der Thalmässinger Bürger und Firmen“ eine unschätzbare Unterstützung gebracht. Damit sei das Jahr „trotz großer Ausgaben fast Null auf Null ausgegangen“, fasste Ackermann die Buchungen zusammen.

Äußerst zufrieden blickte das Leitungsteam damit zurück auf das erste Jahr in seinen neuen Ämtern, die zudem seit Kurzem von Tobias Arauner als Bus-Gerätewart ergänzt werden. Er kümmert sich um den Einsatzleit- und Mannschaftstransportwagen, der seit Mitte 2017 in Thalmässing stationiert ist. „Was schätzt ihr, wie viele Kilometer der uns seitdem zum Training und zu unseren Ausbildungen nach Schwabach, Roth und zum Brombachsee gebracht hat?“, wollte Kremer wissen. Die 2200 Kilometer, wie sie auflöste, zeigten, wie wertvoll das Fahrzeug für die Mobilität der Ortsgruppe sei, freute sie sich über die Entscheidung des Kreisverbands. Die sei zugleich eine Anerkennung für „euer aller Leistung“, schloss der Vorstand den Rückblick, den die Mitglieder ganz ohne Leistungsgedanken beim Kegeln ausklingen ließen.

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