Jahresversammlung 2016 mit Inthronisation des ersten „Wachtel des Jahres“

Ein erfolgreiches Jahr mit vielfältigem Programm ließ die Wasserwacht-Ortsgruppe Thalmässing in ihrer Jahresversammlung Revue passieren. Als aktivstes Mitglied 2015 wurde Valentin Helbig als „Wachtel des Jahres“ ausgezeichnet. Den Fokus für dieses Jahr legten die Retter auf die weitere Ausbildung und das „Jubiläumsjahr“ des Freibades.

„Über 50 Mitglieder“ habe die Ortsgruppe seit dem vergangenen Jahr, berichtete Vorsitzende Bettina Kremer nicht ohne Stolz. Auch Bürgermeister Georg Küttinger zeigte sich angesichts dieser Mitgliederentwicklung überzeugt: „Meinen Respekt für eine Steigerung von über 40% in den vergangenen beiden Jahren“, lobte er die Gruppe. Mit durchschnittlich 10 Teilnehmern im wöchentlichen Training sei der Anteil der Aktiven weiterhin auf einem erfreulichen Niveau, hatte Kremer ausgerechnet. Die Rettungsschwimmer und die jungen Nachwuchsretter haben im vergangenen Jahr ihren Lernfortschritt bei den Prüfungen zu vier goldenen Jugendschwimmabzeichen, und zu zwei bronzenen, vier silbernen und drei goldenen Rettungsschwimmabzeichen unter Beweis gestellt. Abordnungen aus den Reihen der Aktiven bewiesen außerdem bei der Schwimmnacht in Greding, beim Bezirkswettkampf der Jugend und beim Jugend-Schwimmwettkampf des Kreisverbandes erfolgreich ihr Können. Außerdem freute sich Kremer 2015 über fünf frischgebackene Junior-Wasserretter, einen Wachleiter und Ausbilder Rettungsschwimmen, zwei Sanitäter und einen Wasserretter. Damit auch in Zukunft eine qualitativ gute Ausbildung stattfinden kann, werde es eine bundesweite Novellierung der Ausbildungsvorschriften geben, kündigte Kremer an. Der komprimierte eintägige Erste-Hilfe-Kurs, der die bisherige Unterscheidung zwischen 8-stündiger und 16-stündiger Ausbildung aufhebt und für alle Bürger angeboten wird, ist nur ein Teil davon. Auch das Schnorchelabzeichen bekomme einen neuen Stellenwert, informierte Kremer und sagte: „Wir waren da schon gut dabei, aber jetzt wird es Pflicht für alle Rettungsschwimmer, die weitermachen wollen.“

Um den Nachwuchs kümmerten sich Kremer und Jugendleiterin Sandra Lehnert gemeinsam mit sieben jugendlichen Trainingshelfern in zwei Schwimmkursen. Elf Kinder und drei Erwachsene besuchten 2015 die Anfängerkurse. Auch in diesem Jahr wird die Wasserwacht einen Kinder-Schwimmkurs anbieten. Eine Besonderheit: Über das Programm „Nordsee – Schwimmen für alle“ der gleichnamigen Restaurantkette und des Bayerischen Roten Kreuzes wird ein Teil der Plätze für sozial benachteiligte Kinder vom Sponsor finanziert. Für Erwachsene plant Kremer heuer einen Fortgeschrittenenkurs „Schwimmtechnik und Kraulen“.

Beim Schwimmkurs und weiteren Veranstaltungen für „die Kleinen“ könne man mittlerweile auf die Unterstützung einer tollen Riege von Nachwuchskräften aus der Jugendgruppe bauen, lobte die Vorsitzende. Sieben von ihnen waren auch deshalb vergangenes Jahr für den Hans-Weiß-Jugendpreis des SPD-Kreisverbandes Roth nominiert. Auch wenn es letztlich am Festabend nicht für den ersten Platz gereicht hat, „habt ihr ein Signal gesetzt!“, dankte Kremer den Jugendlichen.

Für das vergangene Jahr blickte sie mit Lehnert zurück auf eine bunte Liste weiterer Aktionen aus dem vergangenen Jahr. So hatte sich die Jugend bei einem Ausflug ins Erlebnisbad Palm Beach, einem Cocktail-Mix-Kurs und beim Kanufahren auf der Altmühl ausgetobt. „Das können wir wieder machen“, meldete Felix Witt Interesse für heuer an, wenn auch ein Kanu-Ausflug wohl zugunsten des geplanten Frühjahrsausfluges in die Technik-Katakomben des Hallenbad Gredings und des zweijährlich stattfindenden großen Jugendzeltlagers zunächst zurückstecken muss.

Die Aufgaben im gemeindlichen Freibad hatten 2015 schon lange vor der Saison begonnen. In einer Malaktion verzierten die Rettungsschwimmer das Nichtschwimmerbecken mit bunten Tieren. „Das machen wir dieses Jahr wieder“, meinte Kremer. Mit dem Eröffnungsschwimmen um 6 Uhr morgens und einem Schaunachmittag am 14. Mai startete dann die Schwimmsaison, die im Badfest einen ihrer Höhepunkte fand. „Wir hatten zwar dieses Jahr etwas weniger Teilnehmer bei den Wettbewerben, aber da greifen einfach immer die Faktoren Wetter, Wetter und Wetter“, resümierte die Vorsitzende mit einem Augenzwinkern und dennoch zufrieden. An zwei Terminen ermöglichte die Wasserwacht durch ihren Aufsichtsdienst außerdem ein Abendschwimmen. Ansonsten nimmt der Verein auch gerne Angebote anderer wahr und beteiligte sich beim Familientag der Feuerwehr, dem Umwelttag der Gemeinde und der Bewirtung der Glühweinbude.

Bei all diesen Veranstaltungen gab es im vergangenen Jahr für die Thalmässinger Wasserwachtler erstmals die Möglichkeit, Punkte für die Vereinsmeisterschaft zu sammeln. „Das war ein heißes Kopf-an-Kopf-Rennen“, betonte Kremer beim Blick auf die Auswertungstabelle. Mit der Anzahl von 51 Teilnahmen an Trainings und sonstigen Aktionen sicherte sich Valentin Helbig den Wanderpokal „Wachtel des Jahres“, den Bürgermeister Georg Küttinger übergab. Gemeinsam mit Bettina Kremer ehrte er außerdem Lara Herrmann, Vanessa und Lisa Döring, Annika Pazdzewicz und Sandra Lehnert für 5 Jahre Mitgliedschaft. „Bleibt fleißig dabei“, wünschte er sich von allen. Unterstützung kann die Gemeinde in diesem Jahr vor allem beim Festwochenende zum 60-jährigen Freibad-Jubiläum gebrauchen. Für den 23. Und 24. Juli laufen die Planungen bereits auf Hochtouren.

Für die Wasserwacht stehen außerdem schon das Hundeschwimmen nach Saisonabschluss im Kalender, sowie ein Lehrgang zum Rettungsschwimmer, den Bettina Kremer dieses Jahr für alle Interessierten öffentlich ausschreiben möchte. Eine Entscheidung, die Küttinger ebenso wie der Kinderschwimmkurs gut gefällt, denn „ich verstehe nicht, dass so viele Leute, egal in welchem Alter, nicht schwimmen können. Meinen besten Dank für euren Einsatz“, schenkte der dem Engagement Anerkennung.

Dank sprach auch Bettina Kremer der Gemeinde aus. Ein Schlüsselerlebnis im wörtlichen Sinne hob sie besonders hervor: 2014 habe die Gemeinde einen Raum im Freibad für Trainingsmaterial bereitgestellt und nun 2015 das Schließsystem geändert, „damit wir auch bei geschlossenem Bad auf unser Material zugreifen können. Das ist Gold wert“, betonte sie.

Der Kassenbericht von Kassier Kerstin Pfahler ließ sogar noch etwas Luft für weitere Materialwünsche. Mit rund 2600 Euro Einnahmen, vor allem aus den Schwimmkursen und Abzeichenabnahmen, aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen, und 2300 Euro Ausgaben, die vorrangig für die Nutzung des Hallenbads Greding im Winter und für Ausflüge anfielen, zog Pfahler eine positive Bilanz. Kremer hatte gleich eine mögliche sinnvolle Investition für Überschüsse im Kopf: „Wir würden 2016 gerne ein Spineboard anschaffen. Das Rettungsmittel hilft uns in der Ausbildung und wäre auch – wir wollen es nicht hoffen – für die Rettung über den hohen Beckenrand in unserem Freibad sehr gut geeignet.“

Modifiziert veröffentlicht in Hilpoltsteiner Kurier und Roth-Hilpoltsteiner Volkszeitung, Februar 2016.

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