Anschwimmen und Mitmach-Tag

Ausschnitt aus dem Bericht im Hilpoltsteiner Kurier zur Freibaderöffnung am 14.05.2015:

Anschwimmen im Morgengrauen

Thalmässing (lts) Mit einem zünftigen Frühschoppen und einem Tag der offenen Tür hat die Marktgemeinde Thalmässing gemeinsam mit derWasserwacht an Christi Himmelfahrt die Freibadsaisoneröffnung zelebriert.

Vor dem ersten Kaffee stand für die Gäste mit der Freibaderöffnung um 6 Uhr morgens allerdings das Anschwimmen auf dem Programm. Rund 20 Schwimmer fanden sich neben Bürgermeister Georg Küttinger bei 14 Grad Lufttemperatur am Beckenrand ein. Angesichts der noch frischen Werte auf dem Thermometer hielt sich Küttinger kurz: „Ich wünsche uns eine schöne Freibadsaison. Los geht’s!“, lautete sein Kommando um 6.10 Uhr. Ob mehr oder weniger ausgeschlafen – der Sprung ins noch ruhige Wasser versprach jetzt für alle einen gehörigen Frischeschub. Der fiel bei 19 Grad Wassertemperatur immerhin noch moderat aus. „Letztes Jahr hatten wir 16 Grad“, stellte Badeaufsicht und Kioskbetreiber Peter Bülles die Vorzüge des diesjährigen Anschwimmens heraus. „Zum Glück war in den letzten Tagen die Sonne da“, meinte er. Betriebsleiter Andreas Laubenstein hatte Ende vergangener Woche die Solarheizung in Betrieb genommen. „Am Dienstag hat sie drei Grad gebracht“, erklärte er die glückliche Fügung, welche die frühmorgendlichen Schwimmfreunde nun zumindest für 100 Meter im Wasser hielt. Für die meisten lockten dann aber schon bereitgelegte Bademäntel, eine Tasse Tee und ein Frühstück am Kiosk. Bülles hatte für alle eisernen Badegäste, die zur Eröffnungsstunde gekommen waren, kostenlosen Kuchen bereitgestellt. Die Marktgemeinde spendierte Kaffee. Derart gestärkt hatte ein Badegast nur lobende Worte für Freibadtechnik und Uhrzeit übrig: „Das Wasser ist gut und war jetzt sogar besser zum Schwimmen als ein paar Stunden später, weil es jetzt im Vergleich zur Luft noch warm ist.“ Das dachten sich offensichtlich einige Badegäste, die nach und nach eintrudelten. Gegen 7 Uhr zeigten sich Küttinger und sein Mitarbeiter Julian Karch, der für die Verwaltung des Freibades zuständig ist, sehr zufrieden: „Viel erfolgreicher geht kaum. Es waren jetzt bestimmt schon 50 Leute im Becken“, schätzte der Bürgermeister.

Ab 9 Uhr schloss sich ein zünftiges Weißwurstfrühstück mit flotter Blasmusik von „the kEschers“ an. Die junge siebenköpfige Formation verstand es mit Klassikern und fetzigen Stücken in Badeshorts und Sonnenbrille hervorragend, eine lockere Stimmung unter den zahlreichen Gästen zu verbreiten. Mehrere Männergruppen nutzten den Frühschoppen als erste Station ihres Vatertagsaufluges. Unter blauem Himmel starteten auch einige Familien in die Freibadsaison. Die Kinder nahmen augenblicklich die neuen Spielgeräte in Beschlag und testeten die Windverhältnisse an der Tischtennisplatte oder die Effekte der Hangneigung an den kleinen Fußballtoren. Die Wasserwacht bot eine Übungseinheit mit Rettungsgeräten für jedermann an. Mit Wurfball, Wurfball und Rettungsring galt es, einen etwa zehn Meter entfernt im Wasser fixierten Ring zu treffen. In der Pause der „kEschers“ stellt Bettina Kremer, Vorsitzende der Wasserwacht-Ortsgruppe, einen Wasserretter in voller Montur vor. Als Wasserretter dürfe sich ein Rettungsschwimmer bezeichnen, der zusätzlich eine Ausbildung zum Sanitäter und Rettungskurs und Prüfung im Freiwasser abgeschlossen habe, erläuterte sie. Wasserretter Valentin Helbig erklärte die Komponenten seiner Ausrüstung an Neoprenanzug und Schwimmweste, zu der sogar eine Gartenschere gehört. „Und wenn ich hier ziehe“, deutete er auf einen kurzen Seilzug an der Front seiner Schwimmweste, „dann geht der Fallschirm auf“, mutmaßten die gutgelaunten Besucher am vordersten Tisch. „An der Leine wird er dann herumgeführt wie ein Kerwabär“, zogen sie feixend weitere bekannte Parallelen. Die Fachkräfte der Wasserrettung nahmen die Kommentare mit Humor, verpassten es aber nicht, die Bedeutung ihrer Ausbildung zu unterstreichen. Dass die Leine dazu dient, den fest damit verbundenen Retter mit einem Opfer rasch an Land zurückzuziehen und dass der Seilzug an der Schwimmweste es dem Rettungsschwimmer wiederum ermöglicht, sich in Notsituationen von der Leine zu lösen, demonstrierte Helbig mit der Unterstützung der Rettungsschwimmer Lisa und Vanessa Döring und Lea Kremer. Über weitere Aktionen der Wasserwacht informierte die Ortsgruppe mit einer Schautafel.

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